Drei nützliche Tipps, nicht alles so persönlich zu nehmen

Hochsensible Personen (HSP) neigen stark dazu, alles auf der Beziehungsebene zu hören, aufzunehmen und auch auszusenden und zu sagen. Oft bekommen wir etwas in den falschen Hals und reagieren dann mit Schmerz, Trauer oder vielleicht sogar Wut und Aggression. Wir fühlen uns dann unverstanden und begeben uns nur allzu gern in die „Opferrolle“.

Hier wären wir nun bei der Kommunikationspsychologie angekommen, welches ein Kapitel für sich ist. Ich möchte hier auch nur kurz darauf eingehen, um es etwas zu verdeutlichen.  An einem Gespräch sind in der Regel mind. 2 Personen beteiligt. Der eine sagt etwas (Sender), der zweite hört etwas (Empfänger). Hier kann schon der erste Konflikt entstehen. Oftmals will der Sender ganz etwas anderes mitteilen, als das, was beim Empfänger ankommt.  Der Psychologe Schulz von Thun beschreibt, dass Kommunikation auf folgenden vier Ebenen stattfindet:

  1. Die Sachebene
    Hier stehen die Sachinformationen wie Fakten, Daten und Sachverhalte im Vordergrund.
  2. Die Selbstkundgabe
    Jede Äußerung enthält gewollt oder ungewollt eine Kostprobe der eigenen Persönlichkeit – der Gefühle, Werte, Eigenarten und Bedürfnisse.
  3. Die Beziehungsebene
    Hier wird ausgedrückt, wie man zum Gegenüber steht und was man von ihm hält. Diese Beziehungshinweise werden über Gestik, Mimik, Körpersprache, Tonfall und Formulierung übermittelt.
  4. Die Appellseite
    Hier werden offen oder verdeckt Wünsche, Aufforderungen, Ratschläge, Appelle oder Anweisungen mitgeteilt.

Wer sich weiter in das Kommunikationsquadrat einlesen möchte, dem sei der folgende Link empfohlen: https://www.schulz-von-thun.de/die-modelle/das-kommunikationsquadrat

Ich möchte noch ein kleines Beispiel aus dem Buch „Miteinander Reden:1“ von Friedemann Schulz von Thun anführen, um es noch etwas besser zu verdeutlichen:

Ein Ehepaar sitzt im Auto, die Frau fährt. Der Mann sagt zur Frau: „Du, da vorne ist grün!“ und die Frau antwortet darauf: „Fährst du oder fahre ich?“
Sehen wir uns die Aussage des Mannes einmal auf allen vier Ebenen an:
Aussage: Du, da vorne ist grün!
Sachebene: Die Ampel ist grün
Selbstoffenbarung: Ich habe es eilig
Beziehungsseite: Du brauchst meine Hilfestellung!
Appell: Gib Gas!

Wenn du dir nun dieses Beispiel ansiehst, was fällt dir dabei für dich auf?

Meine persönliche Erkenntnis war, dass ich fast alles auf der Beziehungsebene aufgefasst habe, egal ob es angebracht ist oder nicht. Immer wenn ich zu einer Person Vertrauen gefasst habe, trat meine Beziehungsebene in Aktion.

Da die HSP sehr gefühls- und emotionsbetont sind, nehmen sie sich alles schnell zu Herzen und hören gerne nur mit dem „Beziehungsohr“, hinterfragen dies aber häufig nicht.

Hier kommen wir auch gleich zum Tipp Nr. 1:

Immer wenn du merkst, dass dich eine Nachricht deine Gegenübers trifft, halte kurz inne und frage dich:

„Was will mir mein Gegenüber wirklich sagen?“,  „Welchen Sachinhalt will mir mein Gegenüber vermitteln?“

Auch dieses Bewusstmachen erfordert etwas Übung. Da viele unbewusste Programme in uns ablaufen, reagieren wir automatisch, ohne vorher groß darüber nachzudenken. Es ist auch nicht schlimm, wenn du mal wieder unbewusst reagierst, solange du es dir hinterher bewusst machst, was da gerade abgelaufen ist.  Mit jedem Mal wird es dir schneller bewusst. Bald schon wirst du dann schon im Voraus merken, dass du reagieren möchtest.

Und schon kommen wir zum Tipp Nr. 2:

Wenn du merkst, dass du jetzt eine Nachricht wieder mit dem Beziehungsohr aufnimmst, bist dir aber nicht sicher, ob es auch wirklich so von deinem Gegenüber gemeint ist, frage einfach nach!
Bevor du reagierst, frage dein Gegenüber: „Wie meinst du das jetzt?“

Du wirst feststellen, wie oft du so Missverständnisse aufdeckst und unnötige Reaktionen und Gefühle wie Schmerz, Trauer und Wut vermeiden kannst.

Ich möchte dir auch hier wieder ans Herz legen, dass du dir keinen Druck machst. Bleib einfach dran und bringe den Mut auf, nachzufragen. Mit jedem Mal wirst du ein Stückchen mutiger und sicherer!

Dann haben wir noch Tipp Nr. 3:

Als letzten Tipp möchte ich dir noch das Buch „Die vier Versprechen“ von Don Miguel Ruiz (ISBN: 978-3-548-74560-2) ans Herz legen. Dieses Buch war für mich eines der Schlüsselerlebnisse, welche ich in Bezug auf dieses Thema hatte.

Hier einfach einmal die Kurzfassung der Rückseite des Buches:
Heute aktueller denn je…
Don Miguel Ruiz enthüllt in seinem Bestseller einen praktischen und leicht nachvollziehbaren Weg, um uns aus dem kollektiven Alptraum von Angst, Missbauch und Gewalt zu befreien. Den Traum von Freiheit, Freude und Liebe kann jeder verwirklichen. Vier einfache, aber kraftvolle Versprechen sind der Schlüssel zur inneren Transformation.

Wenn du Fragen hast oder du dich für ein pferdegestütztes Mentalcoaching interessierst, melde dich gerne bei mir. Auf meiner Webseite www.mentalepferdepower.de werde ich auch in meinem persönlichen Blog regelmäßig Themen zum Thema Hochsensibilität, Persönlichkeitsentwicklung, Pferdegestütztes Coaching sowie Pferd-Mensch-Beziehungen online stellen. Um keinen meiner Beiträge zu verpassen, melde dich für meinen Newsletter an.

Zum Abschluss möchte ich dir nun noch sagen:

„ES GIBT KEINE FREIHEIT OHNE GEGENSEITIGES VERSTÄNDNIS!“
(Albert Camus)

2 Replies to “Drei nützliche Tipps, nicht alles so persönlich zu nehmen”

  1. Hallo Sabine!
    Toll geschrieben, leicht verständlich und nachvollziehbar. Ich hoffe, es lesen die richtigen Menschen.
    LG Brigitte

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