Lerne unbegründete Angst von begründeter Angst zu unterscheiden

Angst ist mittlerweile dein ständiger Begleiter? In allem und jedem siehst du Gefahren oder kannst dir bereits im Vorfeld die schlimmsten Folgen einer Handlung ausmalen?

Meiner Meinung nach gibt es zwei Arten von Angst. Zum einen gibt es die begründete Angst, welche absolut berechtigt ist und zum anderen gibt es die unbegründete Angst, welche wir uns unbewusst in unserer Gedankenwelt erschaffen.  Ich möchte nun kurz auf diese beiden Varianten der Angst näher eingehen.

  1. Begründete Angst
    Diese Angst ist ein Urinstink. Schon unsere Vorfahren sicherten so Ihr Überleben. Bei lebensbedrohlichen Situationen ist Angst sogar extrem wichtig. Sie steigert blitzartig unsere Konzentration, lässt uns anspannen und setzt ungeahnte Kräfte frei. Wir handeln instinktiv richtig und können uns immer darauf verlassen, dass wir in „Todesangst“ richtig reagieren. Diese wird uns auch nie verloren gehen, sie ist als Instinkt in uns verankert (z.B. wir werden bedroht oder angegriffen).
  1. Unbegründete Angst
    Diese Ängste sind ein Gebilde unserer Gedankenwelt, welche wir selbst erschaffen haben. Da wir eigenständig denken können und alles bewerten, passiert es nicht selten, dass wir uns unsere eigene Realität erschaffen. HSP verlieren sich gerne in ihren Gedanken und durch ihre Komplexität des Denkens erkennen sie bereits schon im Vorfeld alle Risiken und deren möglichen Folgen. Aber gerade dies kann uns HSP auch zum Verhängnis werden. Allzu leicht geraten wir in die „Angstfalle“ und trauen uns schon von vorne herein etwas nicht zu starten, eben weil wir „Angst“ haben, was passieren könnte. Diese Angst ist nicht real bzw. „echt“, da nichts akut Lebensbedrohliches dahintersteckt (z. B. Angst vor Spinnen, Angst vor die Haustüre zu gehen usw.)!

Die Angst ist ein Thema, über welches man wahrscheinlich Tage sprechen könnte, ohne dass ein Ende in Sicht wäre. Ich möchte in diesem Artikel aber wirklich nur darauf eingehen, wie du es schaffst, deine Ängste einzustufen, ob sie nun eine begründete, „echte“ Angst ist, oder eben ein „Hirngespinst“.

Mir ist völlig bewusst, dass sich nun der eine oder andere „getriggert“ fühlt und erstmal auf Abwehr geht. Es ist ein sehr heikles Thema. Wenn du aber absolut ehrlich dir gegenüber bist und einmal darüber nachdenkst, wirst du mir vielleicht zustimmen.

Wir können mit unseren Gedanken so viele Grenzen erschaffen, welche dann unbewusst zu unserer Realität werden. Schon der kleinste Zweifel kann sich zu einer Angst manifestieren! Mit diesen Zweifeln, welche eine Vorstufe der Angst sind, setzen wir uns viele Grenzen im Kopf, welche wir nicht versuchen zu überschreiten, eben weil wir uns der möglichen Folgen bewusst sind.

Oftmals fragen wir uns, wie andere gewisse Dinge so einfach hinbekommen. Warum können diese Personen das alles erreichen und ich trau` mich nicht? Ganz einfach! Diese Personen kennen deine Grenzen nicht!

Konnte ich nun deine Neugierde wecken, deinen Ängsten (zumindest den unbegründeten) den Kampf anzusagen und etwas gegen sie zu unternehmen? Sehr schön, dann möchte ich dir einen kleinen Leitfaden mit an die Hand geben.

Mache dir als ersten Schritt hierfür deine Ängste erst einmal bewusst.
„Was genau macht mir Angst?“ bzw. „Wovor habe ich wirklich Angst?“
Schreibe dir deine Ängste untereinander auf ein Blatt Papier.

Hast du nun deine Ängste notiert, stelle dir zu jeder Angst folgende Frage:

„Ist diese Angst wirklich begründet?“ Notiere hinter jeder Angst dein „Ja“ oder „Nein“.

Nimm nun deine nicht begründeten Ängste und schreibe diese auf ein separates Blatt Papier. Auf die begründeten Ängste will ich vorerst nicht näher darauf eingehen, da diese ein Stück weit ihre Berechtigung haben.

Mache dir deine unbegründeten Ängste noch einmal bewusst und stelle dir die nächste Frage:

„Haben diese Ängste für mich eine Daseinsberechtigung?“, „Haben diese Ängste einen Nutzen für mich?“

Kannst du diese Fragen mit einem „Nein“ beantworten, so möchte ich dir gleich eine kleine Übung an die Hand geben, damit du sofort in die Umsetzung kommst und deine Ängste Schritt für Schritt auflösen kannst.

Nehme dir bitte eine Angst nach der anderen vor und mache kleine Schritte, welche dich fordern, jedoch nicht überfordern.

Zur besseren Veranschaulichung nehme ich das Beispiel mit der Angst vor Spinnen:

Überlege dir, welche Schritte du tun kannst, um deine persönlichen Grenzen bezüglich deiner Angst zu überschreiten.

  • Ich sehe mir die Spinnen aus sicherer Entfernung an.
  • Ich bleibe eine gewisse Zeit im Raum, in dem sich die Spinne befindet.

Übe dies wirklich in kleinen Schritten. Fange zum Beispiel mit 30 Sekunden an und steigere die Zeit kontinuierlich oder verringere die Entfernung, bis du direkt vor der Spinne stehst und diese theoretisch anfassen könntest.

Suche dir für deine Angst die für dich besten und effektivsten Lösungswege, welche aber auch ein wenig Überwindung kosten. Du kannst deine Grenzen nur überschreiben, indem du deine Komfortzone verlässt und den Mut aufbringst, Hürden zu überwinden.

Denke immer daran:

„GRENZEN EXISTIEREN NUR IN DEINEM KOPF!“

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